Keiner traut sich, aber alle gucken

Nach über 30 Tagen Denkpause habe ich mich nun dazu entschieden, endlich wieder einen neuen Beitrag zu veröffentlichen. Ich war nicht völlig abstinent in dieser Zeit. Habe Themen gesammelt und sie hier für die spätere Fertigstellung festgehalten. Dies ist der erste Teil davon.

Nightlife

Ich gehe gerne und regelmäßig im Nachtleben aus. Das dürfte euch inzwischen bekannt sein. Am liebsten hier bei uns in Düsseldorf. Diese Stadt ist meine Heimat und hier bin ich zuhause. Ich kenne fast jeden Winkel, jede Straße. Wenn ich ein paar Tage aussetzen muss, werde ich nervös. Dann fehlt mir einfach etwas. Es macht mir einfach Spaß, mich unter Leute zu mischen und Spaß zu haben. Es gibt schon einige Berichte, die ich diesbezüglich mit euch geteilt habe.

Die queere Szene meide ich bewusst. Es gibt schon genug Szeneleute, die sich dort herumtreiben. Ich bin lieber von Otto-Normalos umgeben. Auch wenn das oft darin ausufert, dass manche Menschen sich mir gegenüber nicht zu benehmen wissen. Überwiegend machen Männer die Probleme. Insbesondere wenn sie stark angetrunken sind oder in Gruppen auftreten. Man ist den Umgang mit trans Frauen einfach noch nicht so gewohnt. Doch daran arbeite ich. Wer jetzt behauptet, dass die Gay-Szene toleranter ist, der war noch nicht als trans Frau dort unterwegs. Schwule und Lesben sind genauso wenig oder genauso viel tolerant, wie jeder andere Teil der deutschen Bevölkerung. Das ist meine Realität.

Mittelpunkt

Egal wo ich auftauche, ich stehe sofort im Mittelpunkt. Ich bin sehr groß. Männer und Frauen gucken mich an. Mustern mich von oben bis unten. Fangen an zu tuscheln. Die meisten von ihnen sehen wieder weg, wenn man sie dabei ertappt. Es scheint eine unfassbare Sensation zu sein, dass es mich gibt. Groß, blond, sexy, und anscheinend mit einem großen Fragezeichen versehen. Sowas gibt es wohl nicht sehr oft. Daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Es gehört einfach dazu. Wenn ich dann eine Weile in der Location verbracht habe, scheint es mir so, dass ein Gewöhnungseffekt eintritt. Die Leute beschäftigen sich wieder mit sich selbst. Nur manche bleiben bei mir hängen. Ich spüre die Anziehung. Manche sprechen mich auch direkt an. Stellen Fragen. Mal mehr, mal weniger geschickt. Wenn ihnen so rein gar nichts einfällt, geht es oft auch unter die Gürtellinie. Doch das soll heute nicht unser Thema werden. Wenn man ein bunter Pagagei ist, findet man schnell raus, wer einem wohl gesonnen ist und wer nicht.

Heimlich

Viele Männer versuchen heimlich Blickkontakt aufzubauen. Unbemerkt von ihren Freunden und Begleitungen. Die dürfen wohl nichts davon mitbekommen, dass sie mich interessant finden. Man kann das wirklich beobachten. Es ist jedes mal wie ein kleiner Film der da abläuft. Immer das Gleiche. Der Grad der Verklemmtheit in einer Bar ist meßbar. Ich kann eine Kneipe besuchen, ohne das mich jemand anspricht.

Unberührt

Eines Nachts war ich in einer gut besuchten Bar. Wirklich jeder Mann und jede Frau, auch die hinter der Bar standen, suchten den Blickkontakt zu mir. Ich wich nicht aus und lächelte die ganze Zeit. Um ehrlich zu sein, habe ich mich selten so gut amüsiert. Es war zum Schreien komisch und gleichzeitig auch irgendwie traurig. Ich rechnete damit, dass es nicht lange dauern würde, bis mich jemand anquatscht. So war es eigentlich immer. Und so wie die da guguckt haben. Die Leute konnten ihrer Neugier nicht widerstehen. Stellten Fragen. Luden mich auf ein Getränk ein. Doch an diesem Abend war alles anders. Die erwarteten Reaktionen blieben aus. Der Grad der Verklemmtheit war also sehr hoch. Das mag daran gelegen haben, dass zu wenig Alkohol getrunken wurde. So richtig nüchtern sah aber keiner von denen aus.

Das ist der Nachteil, wenn man alleine unterwegs ist. Man ist darauf angewiesen, dass man mit den Leuten in Kontakt kommt. Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht passiert, dann zieht man am besten eine Tür weiter. Gut das es in Düsseldorf problemlos möglich ist.

Habt eine gute Nacht, eure Mycha

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